+++ Neues Programm 2020/21 +++

Dialoge

Ihr Gedicht klingt, an sich, wie die schönste Musik - die gute Pejacsevich wird es gewiß verschandeln. 
(Marie von Thurn und Taxis an Rainer Maria Rilke, Brief vom 8.4.1915)
 
Im Lied führen Text und Musik eine Art Gespräch. Doch hinter diesen Kompositionen stehen oft ganz reale Dialoge, die spannende Einblicke in die Entstehungsgeschichte der Werke gewähren.
Im obigen Zitat geht es um eine geplante Zusammenarbeit zwischen Rainer Maria Rilke und der kroatischen Komponistin Dora Pejačević (1885-1923). Rilke war gegenüber Vertonungen seiner Gedichte eher negativ eingestellt, doch bei Dora Pejačević machte er offenbar eine Ausnahme. Sie war eine slawonische Gräfin, die eine kritische Einstellung zur Aristokratie vertrat, was vielleicht auch die Bissigkeit der Prinzessin Marie von Thurn und Taxis im zitierten Brief an Rilke erklären mag.
Ein bekanntes Beispiel einer engen Verbindung zwischen Komponist und Dichterin sind die Wesendonck-Lieder von Richard Wagner (1813-1883) und seiner "Muse" Mathilde Wesendonck. Wagner spricht von "unseren" Liedern und dass er "Besseres, als diese Lieder, nie gemacht" habe. 
Auch die Komponistin Mel Bonis (1858-1937) wurde von Gedichten eines ihr sehr nahestehenden Menschen inspiriert: Amedée Hettich. Dahinter verbirgt sich eine ähnlich tragische Liebe wir bei Wagner und Wesendonck...
Hanna Roos (Mezzosopran) und Kyra Steckeweh (Klavier) zeigen in ihrem Programm "Dialoge" diese vielschichtigen Beziehungen zwischen Text und Musik, zwischen Dichter*innen und Komponist*innen auf.

 

Über das Duo

Im Frühjahr 2012 gründeten die Mezzosopranistin Hanna Roos und die Pianistin Kyra Steckeweh ein Duo um sich vermehrt der Gattung Lied widmen zu können.

September 2012 gaben sie ihr Debüt mit dem Liederabend Balladen - mit und ohne Worte. Dabei betrachteten sie die Gattung Ballade aus zwei Perspektiven: als Vertonung von literarischen Vorlagen für Gesang und Klavier und als reine Instrumentalmusik für Klavier solo.

2014 erarbeiteten sie das Programm Nuits d´Été | Sommernächte mit Werken ausschließlich französischer Komponisten. Hiermit waren sie den Sommer über auf verschiedenen deutschen Bühnen zu hören.

2015/16 gab das Duo Liederabende mit dem Titel Jugendstil. In Liedern von Alban Berg, Alma Schindler-Mahler, Richard Strauss und in Klavierwerken Mel Bonis erscheinen die typischen Themen dieser Epoche: Natur und Mystik, Schönes und Abgründiges finden Wiederhall in den Werken der Komponist_innen.

Programm 2017/2018: ANDERSWO Wünschen, Erahnen, Hoffen, Bereuen, Fürchten, Erinnern, Sehnen... In Gedanken die Gegenwart zu verlassen ist eine der herausragenden Fähigkeiten des Menschen. Je nachdem wo die Gedankenreise hingeht, erwachsen daraus unterschiedliche Gefühlslagen, die seit Jahrhunderten kreative Impulse für Dichter_innen und Komponist_innen liefern. Die Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen kennt in den Liedern von Franz Schubert, Lili Boulanger, Rebecca Clarke, Wolfgang Rihm, Judith Weir, Martin Brenne und Barbara Heller scheinbar keine Grenzen und dennoch treffen sie sich alle in einem gedanklichen Anderswo.

 

Mehr Infos über Hanna Roos: www.hanna-roos.de                                                    

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